Skip to content. Skip to navigation
Landratsamt Aichach Friedberg
Sections
Personal tools
Document Actions

Geschichte

Das Gebiet des Landkreises Aichach-Friedberg ist wohl schon an die zehntausend Jahre besiedelt. Eine Fülle vor- und frühgeschichtlicher Fundstätten dokumentiert frühes menschliches Dasein im Kreisgebiet, zugleich aber auch die gefährlichen Lebensumstände damaliger Zeiten. Bei einem Großteil der archäologischen Grabungsfunde handelt es sich nämlich um Waffen.

Suehnekirche.jpg

 

Der erste urkundlich erwähnte Ort im Landkreis Aichach-Friedberg ist Adelzhausen. Vor mehr als 1200 Jahren, im Jahre 782, wurde es als "Adalhemeshusir" verzeichnet. Ab dem 7./8. Jahrhundert war der Landkreis bis zum Lech von den Bajuwaren besiedelt. Die bei Aichach liegende Burg "Wittelsbach" gab dem tausendjährigen Herrschergeschlecht der Bayern ihren Namen. Die Burg Wittelsbach war fast zwei Jahrhunderte Mittelpunkt einer pfälzisch-wittelsbachischen Herrschaft; sie wurde jedoch geschleift, als der Stauferkönig Phillipp von Schwaben 1208 ermordet wurde und Pfalzgraf Otto VIII. des Mordes verdächtigt wurde. Noch heute sind auf dem Burghügel eine wunderbar ausgestattete Sühnekirche des 15. Jahrhunderts und ein Gedenkstein zu besichtigen.

Die Stadt Friedberg wurde im Jahre 1264 gegründet. Die Burg und die Bürger hatten die herzogliche Zollstelle bei der Lechbrücke zu schützen. Zwar wurde Friedberg wiederholt niedergebrannt, die Stadt erfuhr jedoch im Jahre 1414 einen beachtlichen Aufschwung durch die Erhebung zum Hauptort eines eigenen Landgerichtes. Im Jahre 1347 erhielt Aichach Privilegien und Rechtsbuch der Stadt München durch Kaiser Ludwig den Bayern. Kaum 50 Jahre später fiel das Landgericht Aichach mit den Orten Friedberg, Mühlhausen, Aichach, Schrobenhausen, Altomünster, St. Leonhard (Inchenhofen), Aindling, Kühbach und Schiltberg an das neugebildete Herzogtum Bayern-Ingolstadt. Doch schon im Jahre 1415 wurde das Gericht Friedberg und 1421 das Gericht Schrobenhausen selbständig.

Das Aichacher Land wurde mehrmals von Kriegen heimgesucht: 1420 wurde es weitgehend verwüstet, aber auch im 30-jährigen Krieg (1618-1648) blieb Aichach nicht verschont. Zusätzlich brachte die Pest große Bevölkerungsverluste. Auch im 18. Jahrhundert litt Aichach unter dem Spanischen  und dem darauffolgenden Österreichischen Erbfolgekrieg.

Die französischen Revolutionskriege brachten einen grundlegenden Verfassungswandel: im Zuge der Säkularisation verloren die Klöster Besitz und Existenz. Schließlich wurden 1818 die Gemeinden gebildet. Als Vorläufer der späteren Landkreise wurden im Jahre 1862 die Bezirksämter Aichach und Friedberg gebildet. 1875 begann der Bau der Eisenbahnstrecke Augsburg-Ingolstadt. 

Verschiedene Gemeinden wurden den Bezirksämtern Aichach und Friedberg im Laufe der Jahre zugeordnet oder von ihnen abgetrennt. Ein großer Einschnitt erfolgte jedoch 1944, als der Landkreis Friedberg dem Regierungsbezirk Schwaben zugeordnet wurde. Die Kreisgebiete Aichach und Friedberg blieben im 2. Weltkrieg von schweren Bombenangriffen verschont. Mit dem Wiederaufbau 1946 begann die zunehmende Industrialisierung. Bis 1950 verzeichneten die Landkreise einen starken Zuzug von Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland.

Schließlich wurde 1972 der heutige Landkreis Aichach-Friedberg gebildet. Er entstand aus Großteilen der bisherigen Landkreise Aichach und Friedberg sowie aus Einzelgemeinden der früheren Landkreise Fürstenfeldbruck, Neuburg a.d. Donau und Schrobenhausen und wurde dem Regierungsbezirk Schwaben zugeordnet. Da - historisch betrachtet - sowohl der Friedberger als auch der Aichacher Raum zu Altbayern gehörten und Friedberg 1944, Aichach 1972 zu Schwaben kamen, bezeichnet sich der Landkreis gerne als der "altbayerische Landkreis im Regierungsbezirk Schwaben".

1973 entschied sich der Kreistag mit 32:29 Stimmen für den Kreissitz in Aichach und für den Kreisnamen "Aichach-Friedberg". Bis dahin trug der Landkreis übergangsweise den Namen "Augsburg-Ost".

Seither konnte der Landkreis ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum verzeichnen. Nach einem Gebietsanschluss, nämlich der Gemeinde Baar im Jahre 1994, wohnten im Landkreis am 31.12.2000 123.263 Einwohner auf einer Gebietsfläche von 783,09 km².

nach oben | zurück | Seite drucken | Seite versenden

Hilfe | Impressum | Rechtliche Hinweise - Datenschutz | Öffnungszeiten | Kontakt